Gewissensfrage vs. Gutherzigkeit

Tach zusammen…in der letzten Woche habe ich mit meinem Vater einen Kurztrip nach oder auf Sardinien unternommen, wo ich in den Schwitzkasten einer Gewissensfrage geraten bin. Leider muss ich etwas weiter ausholen. Folgendes hat sich zugetragen:

Wir sind mittags an die Ostküste nach Cala Gonone gefahren, denn ab diesem klein Touri-Ort erstreckt sich Richtung Süden eine 40km lange Steilküste. Da gibt es wunderbare kleine Strandbuchten, die nur per Boot über die Küste zu erreichen sind. Also genau das Richtige, um dem Touristen-Mainstream zu entkommen. Dazu muss man sagen, dass wir uns in der Vorsaison befinden. Somit war es am Hafen relativ tot und nur wenige Schipperbuden überhaupt besetzt. An einer war ein deutsch sprechender Italiener gerade mit 2 jungen Mädchen in Verhandlung für eine Fahrt zur „Cala Luna“, einer dieser Buchten, und teilte mit, dass er für 15€ pro Person fahren würde, aber noch mindestens 2 Leute braucht, damit es sich lohnt. Da haben wir uns natürlich direkt drangehangen, kurz darauf sogar noch ein holländisches Pärchen. In 10 Minuten gehe es los…wir sollten schon mal zum Steg rüber gehen. Der Schipperbudenbesitzer und somit auch unser Kapitän war so Ende 30 und sah aus wie die abgewrackte Version von Nino de Angelo. Also wenn man mal einen Film über Autoscooter drehen wollte, würde man ihn direkt für die Rolle des „junger Mann zum Mitreisen“ besetzten. Zudem sah er ziemlich fertig aus…war nach eigenen Aussagen auch erkältet (leichte Schweinegrippepanik kam auf, also immer schön die Hände waschen) und eines seiner Augen war Blutunterlaufen, zudem fehlten noch ein paar Zähne. Sonst war er aber sehr nett und der Preis war auch ein Schnäppchen.

Als er dann mit dem Boot kam, gab es eine leichte Ernüchterung. Es war eine Schlauchbootnussschale mit 40km/h Motor hinten dran, wo mit Fahrer gefühlte 4 Leute draufpassen…wir waren aber 7 + Krempel. Dann lag das Boot auch noch gut 1,5 m unter dem Steg und schwaberte an einer Schnur hin und her. Da hatte man ne gute 50/50 Chance sich mit einem großen Hallo kurzfristig ins Hafenbecken zu verabschieden. Das ist dann der Moment, wo der gepflegte deutsche Pauschaltourist in einem hochkommt und einen zu dem Satz verleitet: „In Deutschland wäre das so aber nicht erlaubt“. Wir waren aber nicht in Deutschland und dank italienischer Verladekunst haben auch alle draufgepasst. Durch geschicktes Festkrallen ist auch dann keiner beim 40km/h Wellenspringen aus der Nussschale geflogen.

Nun aber zum Thema. Die Ankunft hat funktioniert und es gab einen 3 Stunden Aufenthalt an der Cala Luna. Dann haben mein Vater und ich, die beiden deutschen Mädchen und das Hollandpärchen sich wieder am Anlegesteg für die Rückfahrt versammelt. Da kam auch schon unser Autoscooter-Kapitän; einladen und los. Also rauschten wir die 4 km zurück zum Hafen. Auf halber Strecke gab es Höhlen in der Steilküste, welche zu Grotten führten. Bei der Hinfahrt sagte er uns, dass diese noch geschlossen sind und es verboten ist, durchzufahren. Jetzt fuhr er aber plötzlich doch durch und murmelte irgendwas mit „zum Fotos machen“. Schön und gut, doch als wir wieder aus der Grotte fuhren, stand plötzlich ein großes Polizeischiff der Guardia di finanzia vor uns und trötete uns an. Unser Kapitän fuchtelte irgendwas mit den Händen mit Daumen hoch und Winke Winke. Es folgte aber eine Doppeltröten was wohl soviel hieß wie „Handfresse halten uns sofort anhalten.“

Es wurde irgendwas auf italienisch hin und her geschrieen, dann warf mir einer der Polizisten

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posted by Max Trojan in Auf Reisen and have No Comments
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