Drinnen vs. Draußen

Gestern habe ich ihn wieder gesehen, den Eifel-Ranger. Wie er da mit seinem Filzhut durch den Wald flaniert, mit seinem Fernglas über den ruhigen See gleitet oder einfach einsam durch die Felder streift….da ist er wieder: der klassische Traum jedes frustrierten Büroarbeiters. Da kämpft man sich täglich entnervt durch die Bürohierachien, wehrt Mobbingattacken und übergroße Egos ab, teilt auch mal eine gemobbte Stichelei aus und pflegt seine Eitelkeiten, hasst sein Betriebssystem (ja auch OS) und seine Warenwirtschaft und möchte einfach jede neue Mail einfach ungelesen heimlich in den Papierkorb schieben…am Ende ertappt man sich doch wieder dabei, wie man sehnsuchtsvoll aus seinem Bürofenster schaut auf die Welt da draußen: auf die Felder und Wälder, die herumlaufenden Menschen oder vielleicht auch nur auf eine gegenüberliegende Hauswand mit einem dreckigen Hinterhof darunter. Egal, alles ist schöner da draußen als hier drinnen. Ok, im Sommer mehr als im Winter, aber wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Und es stellt sich die Frage: Wer hat die bessere Karriere gemacht? Wir im Büro, die schon die ein oder anderer Karrierestufe erklommen und entsprechend unseren Lebensstandard aufgeblasen haben oder der kleine Ranger im Wald, der wahrscheinlich einiges weniger verdient, aber in seinem Job aufgeht? Ich denke, der Ranger hat im Gegensatz zu uns die „Karriere seines Lebens“ gemacht. Vielleicht ist es aber auch nur eine naive Ansicht aus meinem frustrierten Blickwinkel. Will man nicht immer genau das andere haben als das, was man hat. Und wenn man dann das andere hat, merkt man erst, wie gut das alte war, wenn man dann am anderen Standpunkt steht. Träumt der kleine Ranger vielleicht auch von einem schönen Bürojob im Warmen mit

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Schütthaar vs. schütteres Haar

Tach zusammen,

also man denkt ja manchmal drüber nach, wo wir wohl technisch in 10 oder 20 Jahren stehen. Dann schaut man zurück und merkt:“Mann, vor 20 Jahren haben wir noch auf Commodore 64 mit Strichmänchen rumgedaddelt und heute spielen wir auf HD-Geräten oder kippen lustig unser Iphone durch die Luft“. Das sind schon Quantensprünge, die sich aber irgendwie nur schleichend und in größeren Rückblicken bemerkbar machen. Mit jeder Handygeneration wird alles etwas kleiner und ein paar Features kommen dazu, die Fernsehr und Monitor werden immer größer und Datenspeicher ebenfalls. Man wird vom Fortschritt eingelullt und bekommt alles gar nicht mehr so mit, da es direkt in den Alltag integriert wird. In solchen Zusammenhängen frag ich mich auch immer, was eigentlich aus diesen Cyberspace-Brillen, -hanschuhen oder gar -anzügen geworden ist, mit denen man in virtuelle Klötzchenwelten eintauchen konnte. Irgendwie wurden in die Richtung nicht weiterentwickelt oder es ist so echt geworden, dass es die CIA versteckt hält und uns WOW und die SIMS zur Beruhigung gegeben hat.

3Dvirtuell

Aber gestern im Radio erreichte mich eine Meldung, die in einem die Welt erbeben läßt. Ein Quantensprung, der revolutioniert. Der einen den Alltag von jetzt auf gleich und nicht über Generationen verändert. Es ist da: das Schütthaar (oder auf Streuhaar)!!!!

Schütthaar

Die Zeiten von Angst vor lichten Stellen auf der Rübe, Geheimratsitzungen im Oberstübchen oder Fleischmützenalarm sind vorbei. Schütte dir doch einfach neues Haar auf den Kopf, dann klappt’s auch wieder mit der Nachbarin (oder bei Frauen mit dem Handwerker). Eine total raffinierte Technik: Das Minihaar, nicht zu verwechseln mit Minipli, ist statisch aufgeladen und

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Pumuckl vs. Sergio Leone

Tach zusammen,

also letztens ging ich so durch die Strassen, als der Bofrost-Wagen an mir vorbeifuhr. Auf der Seite war die weltberühmte Bofrost-Pumuckl-Torte abgebildet und so dachte ich bei mir:“Was ist eigentlich aus dem Pumuckl und dem Meister Eder so geworden? Kennen denn die die jungen Leute überhaupt noch oder ist es auch so eine Serien-Leiche aus unsere Generation.

Ich habe etwas recherchiert und es kam erstaunliches heraus: Was ich nicht wußte ist, dass Pumuckl seit 1961 eigentlich ein Hörspiel war und erst 1982 auf die Leinwand kam und darauf als Fernsehserie bis 1988 weiterlief. 1994 gab es dann wieder einen Kinofilm, quasi ein „Pumuckl Relaunch“, mit dem Titel „Pumuckl und der blaue Klabauter“. Dann gab es Pumuckl TV und eine Neuauflage ohne Meister Eder in „Pumuckls Abenteuer“. 2000 gab es dann auch noch das Pumuckl-Musical, was bestimmt der totale Knaller war. Und 2003 dann der letzte Film mit „Pumuckl und sein Zirkusabenteuer“. Weil man aber den schon längst verstorbenen Gustl Bayrhammer nicht ersetzten wollte, wurde einfach gesagt, dass als Pumuckl von der Schiffsreise aus „Pumuckls Abenteuer“ zurückkehrte, er feststellen musste, dass der Schreinermeister in der Zwischenzeit einfach verstorben ist. Sappalot noch eins!

So, jetzt sind hoffentlich alle wieder zum Thema Pumuckl upgedatet und keiner muss mehr vor Scham einem gepflegten SmallTalk ausweichen. Aber um als Pumuckl-Experte glänzen zu können, hier noch eine lustige Anekdote zur Serie, unter Fachkreisen auch Trivia genannt:

In der Folge „Pumuckl macht Ferien“ sind gleich mehrere Anspielungen auf die Bahnhofsszene von „Spiel mir das Lied vom Tod“ enthalten. Die Hintergrundmusik, eine tropfende Dachrinne, eine lästige Fliege, die schließlich mit einer „Büchse“ (im Original mit einer Waffe, in der Fernsehserie mit einer Getränkedose) eingefangen wird, sowie die Tatsache, dass Meister Eder auf der falschen Zugseite aussteigt, erinnern stark an das Meisterwerk von Sergio Leone. Zum Vergleich hier noch mal das Original und die Pumuckl-Kopie (ab der 2 Minute):

Hier das Original:

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Geocaching vs. Schnitzeljagd für Nerds

Tach zusammen,

es ist soweit: die Zukunft hat uns eingeholt und ich schreibe aus meinem Urlaub meinen ersten Blog von unterwegs mit dem iPhone…soweit meine Wurstfinger es erlauben. „Blöder Iphone-Nerd“ werden jetzt manche sagen und schwupps…Zukunft…Nerds…da sind wir doch glatt schon beim heutigen Thema: das Geocaching. Auch bekannt unter „die Schnitzeljagd der Moderne“, „die mystische Parallelwelt unter uns“ oder „Die Nerdsuche nach der geringen Muggeldichte“.

Nun, ich habe im Bekanntenkreis und aus der Presse schon davon gehört und so begab es sich, dass ich letzte Woche raus aus der großen Stadt in die Natur an die schöne Sieg bei Eitorf fahren wollte. Wie ich dann so alleine an der Sieg rumhing, dachte ich mir:“Mensch, Benson, du hast doch die Welt in deiner Hand. Nimm doch mal dein iPhone, geh ins Internet und schau doch mal, wie das geht mit dem Geocaching und ob hier in der schönen Landschaft nicht ein Schatz zu heben ist.“ Gesagt, getan!

Jetzt mal kurz zur Erläuterung für alle, die noch nie was von Geocaching gehört haben: Es handelt sich um einen weltweiten Begriff für „Schatzsuche“ mittels einem Kompass und einem GPS-Geräts, hat also nichts mit geologischen Kacheln zu tun. Man kann nun unter geocaching.de auf einer Karte nachschauen, ob und wo jemand in meine Umgebung einen „Schatz“ versteckt hat. Dann bekommt man die GPS-Koordinaten (Längengrad für Norden und Breitengrad für Osten) und dann geht’s los. Manchmal muss man auch erst ein oder mehrere Rätsel vorab oder vor Ort lösen, um an die Koordinaten zu kommen, daher die Schnitzeljagdverwandschaft. Man ermittelt dann mit seinem GPS-Gerät oder iPhone, wo man sich anhand eines 5-stelligen Zahlenwertes auf den beiden Graden gerade befindet und weiß dann anhand des Zielwerte und des Kompasses, ob man mehr nach Osten, Norden, Westen oder sonst wo gehen muss. Ist man dann irgendwann möglichst nah an dem Zielpunkt angekommen, geht die Sucherei los: Wo hat der Jemand ein Döschen, Tuppadose oder Schachtel versteckt, worin sich ein Logbuch und vielleicht ein paar Tauschgimmicks versteckt haben.

Nun, hörte sich einfach und nach einem lustigen Zeitvertreib an und es gab sogar einen Punkt in der Umgebung meines zwischen Wald und Flur liegenden Parkplatzes mit dem nach großem Schatzabenteuer klingenden Name „MBC #3“. Also los…mein neues iPhone verfügt ja über einen integrierten Kompass mit GPS-Angaben, aber ich hatte keinen Ahnung,

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Nationalstolz vs. Freude, Deutscher zu sein

Tach zusammen,

wie wir ja alle bestimmt wissen ist, ist der gute Berti Vogts Trainer von Aserbaidschan und somit weit weg von zu Hause. Im Kicker-Podcastvideo gab es dann ein schönes Interview, wo sich Berti mit Pipi in den Augen dazu bekannt hat: „Ich bin stolz Deutscher zu sein!“ Wie er noch Bundestrainer war, durfte man das ja nicht sagen, aber jetzt nach der WM2006 darf man es wieder sagen und auch seine Fahne hochhalten. Das ganze war schon ein melancholisches Bild, der arme Berti. Muss da irgendwo in der Wüste rumlaufen und wäre eigentlich im Herzen, auch wenn er es nicht zugibt, gerne wieder unser Bundes-Berti, der dann aber auch so gemocht werden möchte wie der Bundes-Jogi.

Was mir in dem Zusammenhang zu denken gab, war der Satz „Ich bin stolz Deutscher zu sein!“. Sicherlich kann man das heute so sagen, aber Dank unsere moralisch und geschichtlichen Erziehung hört sich das ganze irgendwie „hart“ an. Aber warum? Und was soll der Satz eigentlich aussagen? Bin ich stolz Deutscher zu sein?

Also generell bin ich natürlich froh oder finde es schön in Deutschland geboren zu sein. Es ist ein schönes Land, nette Leute, alle Freiheiten, gute soziale Leistungen und das Essen ist gut und reichlich. Und natürlich besser als in Armenländern wie Äthiopien oder Kontrollstaaten wie China geboren zu sein. Aber bin deshalb stolz auf mein Land. Mit Stolz verbinde ich irgendwie immer eine spezielle Leistung oder Personen, die was geleistet haben z.B. bin ich stolz auf unsere Nationalmannschaft, wenn sie den Pokal holt oder auf deutsche Filmschaffende, wenn sie den Oscar für eine super Filmleistung bekommen. Aber stolz sein Deutscher zu sein; da bekomme ich irgendwie die Aussage nicht verpackt. Pauschal stolz auf ein Land sein. Man kann stolz auf Deutsche sein, die was leisten, erfinden, helfen und unser Land nach vorne bringen. Aber ich bleibe dabei, der Satz ist doof. Ich bin für: „Ich mag es Deutscher zu sein“ oder „Deutscher sein ist fein“. Das sind doch mal Aussagen. Ob der Möckel wohl stolz ist Österreicher zu sein?

Wie auch immer… einen Bundesadler für alle und bis später…

Berti Vogts

PS: Hier der Link zum Video (der Kommentar kommt nach der 1 Minute):

http://www.kicker.de/news/video/1020557/video_In-Berti-schlaegt-das-Doppelherz.html

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Hans-Martin vs. den Rest der Nation

Hama

Tach zusammen,

also Samstag habe ich mir mal wieder den Fernsehmarathon mit „Schlag den Raab“ angetan mit mal wieder knapp 5 Stunden Sitzfleisch. Doch, wie viele wohl schon wissen, war diesmal etwas anders als sonst: Hans-Martin! Es war wohl das erste Mal, das ein Kandidat am Ende ausgebuht wurde, weil er das Geld (ganz knapp) gewonnen hatte. Statt Hans-Martin wurde Stefan Raab für jedes Pünktchen oder Sieg gefeiert, als ob es gegen Gut und Böse ginge.

Ich muss zugeben: Ich und meine Couchnachbarn mochten Hans-Martin auch nicht. Am Anfang erstmal wegen des Namens (wie man den wohl abkürzt? Hama?), und dann weil es ein Vollmonk war. Aber so dachten wir schon über viele „Schlag den Raab“-Kandidaten. Was war an diesem so anderes, dass anscheinend die ganze Nation dieser Meinung war. Das er ausgebuht wurde und Raab nur sagte, dass er „noch nie so ungern verloren hatte wie heute!“. Das es sogar so weit eskalierte, dass er seit Samstag bei Twitter noch unbeliebter ist als Ursula von der Leyen und dass online schon T-Shirts angeboten werden mit der Beschriftung „Deine Mutter heißt Hans-Martin“.

Eigentlich hat er nichts besonderes gemacht, er war nur etwas überaktiv und überheblich, oder wie man in Köln sagt: Er was läpsch. Aber reicht das für eine solche Eskalation? Eigentlich nicht, dann Raab ist selber ja der König der Überheblichkeit. Ich denke es war die Summe aus Kleinigkeiten und er war so der Prototyp des angeberischen Schönlings oder der Sportskanone, die jeder aus seiner Schulzeit oder heute aus seinem Kollegenkreis kennt. Diese Typen, denen meist alles gelang , man sich aber eine Loch in den Bauch gefreut hatte, wenn sie mal auf die Fresse flogen. Und wir wollen Hans-Martin auf die Fresse fliegen sehen und Raab hat ehrenhaft für uns bis zur letzten „Münze“ gekämpft. Es hat aber nicht gereicht (ein bisschen wie beim FC Köln im Moment).

Aber fassen wir nochmal kurz zusammen, was Hans-Martin für Angriffspunkte hatte: Erstmal ist er im Einführungsfilm Einrad gefahren. Also wenn man nicht im Zirkus arbeitet oder

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Der überraschende Tod vs. die Audiozombies

Tach zusammen,

ich weiß nicht, ob Ihr es schon wusstet, aber von Jacksons der Jung, der Michael, ist tot. Sicher, eine traurige Sache, aber wirklich gesund sah der nie aus. Manche werden sich nun wahrscheinlichen einen Kochtopf über den Kopf stülpen, scheppernd mit dem Kochlöffel drauf schlagen und schreien:“ Nein, nein, bitte nichts mehr von Michael Jackson!!!!! Mein medialer Gehirnspeicher platzt…“ Aber leider doch oder gerade deswegen muss das Thema auch hier noch mal verwurstet werden. Denn ein typisches Phenomen ist mal wieder aufgetreten, was mich ein wenig beschäftigt hat.

Denn kaum hat das Presselaubfeuer „Der MJ ist tot“ die ersten Ästchen versenkt, ist der MJ-Virus ausgebrochen, der die Menschen zu Audiozombies mutieren lässt. Im Vorfeld sollte man wissen, dass sich die letzten 8 Jahr (im direkten Vergleich zu seiner Megaerfolgszeit in den 80-90er Jahren) kaum eine Sau für den Micheal interessierte; der war eher unheimlich und macht angeblich gerne mit Kindern rum. Das letze Album 2001 war ein Flop und danach wurden schon 2 offizielle Greatest Hits Albem veröffenlicht (davor gab es auch schon ein) die auch nur so mitliefen. Und die angekündigten Comeback-Konzerte liefen Gefahr eher eine peinliche Freakshow zu werden. (ein 50jähriger Schatten seiner Selbst, der zu Playbackmusik noch mal den Roboter gibt). Mit anderen Worten, außer für die Hardcore-Fans, die weltweit gesehen wohl auch nicht wenig sind, war der Michael ein Witz.

Und jetzt ist er tot. Und zack kommt der MJ-Virus und die Leute kaufen wie besessen alles was der Micheal hergibt. In ITunes und Amazon waren die die Top10s von Alben bis Musikvideos voll von Micheal Jackson. Im Kölner Saturn wurde die komplette MJ-Sparte leer gekauft und ein verzweifelter Kunde bettelte an der Info:“Geben Sie mir irgendwas von Michael Jackson, IRGENDWAS!!!“. In Düsseldorf im Saturn hat ein Kunde verlangt, dass sie ihm

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Abwachsen vs. Auspeitschen

Tach zusammen,

also meine Freundin hat heute Geburtstag. Erstmal nicht weiter schlimm. Aber in meinem Alter (leicht über 30) ist es leider so, zumindest bei Leute mit erhöhtem Haarwuchs, dass es scheint, als ob ein riesiges Wollknäuel im Körper heranwächst, welches sich immer mehr durch die Hautporen haut, insbesondere am Rücken, Schultern, Oberarme, Po usw. Mit anderen Worten, mir wächst ein Fell. Wahrscheinlich ein evolutionäres Ergebnis des Klimawandels, da die nächste Eiszeit vor der Tür steht. Meine Freundin sieht das nicht so und wünschte sich daher zumindest zum Geburtstag einen blanken Rücken.Da Rasieren im Gesicht bei mir schon nicht länger als einen Tag hält, kam diese Technik nicht in Frage. Also schaute ich mich im Internet nach verschiedenen Techniken wie Wachsen, Lasern oder Schafscherer um. Da stieß ich in Köln auf „Wax in the city“; ein Name direkt aus der Hölle des Wortspiels. Eine hippe Entwachsungs-Franchise-Kette, wo man ohne Termin antreten kann und von den sogenannten „Depiladoras“ entwachst wird, welche in pinken und lila Uniformen gekleidet sind. Jedes Körperteil hatte seinen eigenen Preis. Ich habe das dann mal so ausgerechnet: Nacken + Rücken + Schulter…= 50-60€. Wäre das eine Metzgerbestellung gewesen, wäre es auf jeden Fall billiger.

Nun, wie das Schicksal manchmal so mit dem Zaunpfahl winkt, bin ich am Vortag meines geplanten Antritts in Bonn gewesen und saß in einem Cafe. Auf dem Bierdeckel unter meinem Glas standen ein paar Preise auf dem Kopf. Als ich mir diesen genauer anschaute, stellte es sich heraus, dass es eine Preisliste einer Konkurrenzentwachsungskette in Bonn war und somit hatte ich direkt die Preisliste für alle Körperteile in der Hand. Das konnte kein Zufall sein, also jetzt oder nie, und billiger kamen mir die Preise auch vor. Diese Bude hieß übrigens „Sine-Sine“ (?!?) Wax up your life…ich wachs ab!Also rein da, einmal Rücken bitte ohne Termin; alles kein Problem, waren Sie schon mal da, nein, dann bitte vorne links in die Kabine legen. Im Prospekt wurde auf „nahezu schmerzfrei“ hingewiesen. Dann kam die Dame im Kittel rein, leicht wortkarg, und schmierte

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Taubstumm vs. Plüschtier-Mafia

Tach zusammen…

also gestern saß ich mal wieder in der Kölner City im Woyton-Cafe (da gibt es nämlich W-Lan für ümesonst) und, wie fast jedes Mal, kamen sie wieder: Die Taubstummen!

Man ist vertieft am lesen oder surfen…plötzlich schleicht sich jemand an und hält einem einen Mini-Plüschtierhund mit Schlüsselanhänger vor die Nase. Dann legt er diesen vor einen auf den Tisch mit einem Zettel, wo so was steht wie „ich bin taubstumm; helfen Sie einem Behinderten und behalten Sie das Tier gegen eine Spende von 4€“. Wenn das mal kein Schnäppchen ist. Der Taubstumme dreht seine Runde im Cafe und man ist komplett aus seinem Kontext gerissen und ist nur noch am grübeln, wie man sich verhält, wenn er nun zur Retoure kommt. Man will das billige Tier gar nicht und 4€ ist viel Geld; vielleicht weniger geben, aber wie will man ihm das erklären, der hört mich ja nicht. Vielleicht versteht er mich falsch und denkt, ich will um den Plüschhund auch noch feilschen. Ein Mienenfeld von Fettnäpfchen tut sich auf. Und man wollte doch nur in Ruhe im Cafe sitzen. Wenn ich Stresssituationen suche, fahre ich auf die Arbeit. Schließlich habe ich ihm wie immer durch ein hilfloses Lächeln + leichtes Kopfschütteln vermittelt, dass ich nichts gebe oder habe, und so hat er seine Tiere wieder eingepackt und ist weiter gezogen.

Ich bin der Sache aber mal auf den Grund gegangen und habe Recherchen durchgeführt, wo diese Stofftier-Taubstummen herkommen und wo sie hingehen…und Abgründe taten sich auf:

Eine Frau, die Gebärdensprache beherrscht, berichtete, dass sie oft in ratlose Gesichter schaute, wenn sie solche Stofftiertaubstummen etwas „vorgebärte“ (keine Ahnung, ob es das Wort gibt!?!). Andere haben sogar daraufhin fluchtartig das Lokal verlassen.

Dann gab es in Düsseldorf ein polnisches „Schleuser-Paar“, dass mehrere taubstumme Landsleute

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Gewissensfrage vs. Gutherzigkeit

Tach zusammen…in der letzten Woche habe ich mit meinem Vater einen Kurztrip nach oder auf Sardinien unternommen, wo ich in den Schwitzkasten einer Gewissensfrage geraten bin. Leider muss ich etwas weiter ausholen. Folgendes hat sich zugetragen:

Wir sind mittags an die Ostküste nach Cala Gonone gefahren, denn ab diesem klein Touri-Ort erstreckt sich Richtung Süden eine 40km lange Steilküste. Da gibt es wunderbare kleine Strandbuchten, die nur per Boot über die Küste zu erreichen sind. Also genau das Richtige, um dem Touristen-Mainstream zu entkommen. Dazu muss man sagen, dass wir uns in der Vorsaison befinden. Somit war es am Hafen relativ tot und nur wenige Schipperbuden überhaupt besetzt. An einer war ein deutsch sprechender Italiener gerade mit 2 jungen Mädchen in Verhandlung für eine Fahrt zur „Cala Luna“, einer dieser Buchten, und teilte mit, dass er für 15€ pro Person fahren würde, aber noch mindestens 2 Leute braucht, damit es sich lohnt. Da haben wir uns natürlich direkt drangehangen, kurz darauf sogar noch ein holländisches Pärchen. In 10 Minuten gehe es los…wir sollten schon mal zum Steg rüber gehen. Der Schipperbudenbesitzer und somit auch unser Kapitän war so Ende 30 und sah aus wie die abgewrackte Version von Nino de Angelo. Also wenn man mal einen Film über Autoscooter drehen wollte, würde man ihn direkt für die Rolle des „junger Mann zum Mitreisen“ besetzten. Zudem sah er ziemlich fertig aus…war nach eigenen Aussagen auch erkältet (leichte Schweinegrippepanik kam auf, also immer schön die Hände waschen) und eines seiner Augen war Blutunterlaufen, zudem fehlten noch ein paar Zähne. Sonst war er aber sehr nett und der Preis war auch ein Schnäppchen.

Als er dann mit dem Boot kam, gab es eine leichte Ernüchterung. Es war eine Schlauchbootnussschale mit 40km/h Motor hinten dran, wo mit Fahrer gefühlte 4 Leute draufpassen…wir waren aber 7 + Krempel. Dann lag das Boot auch noch gut 1,5 m unter dem Steg und schwaberte an einer Schnur hin und her. Da hatte man ne gute 50/50 Chance sich mit einem großen Hallo kurzfristig ins Hafenbecken zu verabschieden. Das ist dann der Moment, wo der gepflegte deutsche Pauschaltourist in einem hochkommt und einen zu dem Satz verleitet: „In Deutschland wäre das so aber nicht erlaubt“. Wir waren aber nicht in Deutschland und dank italienischer Verladekunst haben auch alle draufgepasst. Durch geschicktes Festkrallen ist auch dann keiner beim 40km/h Wellenspringen aus der Nussschale geflogen.

Nun aber zum Thema. Die Ankunft hat funktioniert und es gab einen 3 Stunden Aufenthalt an der Cala Luna. Dann haben mein Vater und ich, die beiden deutschen Mädchen und das Hollandpärchen sich wieder am Anlegesteg für die Rückfahrt versammelt. Da kam auch schon unser Autoscooter-Kapitän; einladen und los. Also rauschten wir die 4 km zurück zum Hafen. Auf halber Strecke gab es Höhlen in der Steilküste, welche zu Grotten führten. Bei der Hinfahrt sagte er uns, dass diese noch geschlossen sind und es verboten ist, durchzufahren. Jetzt fuhr er aber plötzlich doch durch und murmelte irgendwas mit „zum Fotos machen“. Schön und gut, doch als wir wieder aus der Grotte fuhren, stand plötzlich ein großes Polizeischiff der Guardia di finanzia vor uns und trötete uns an. Unser Kapitän fuchtelte irgendwas mit den Händen mit Daumen hoch und Winke Winke. Es folgte aber eine Doppeltröten was wohl soviel hieß wie „Handfresse halten uns sofort anhalten.“

Es wurde irgendwas auf italienisch hin und her geschrieen, dann warf mir einer der Polizisten

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