Michael Douglas vs. Michael Douglas

Die deutsche Schlagerszene der 70er Jahre war schon eine verrückte Zeit. Da konnte man natürlich nicht mit seinem Allerweltsnamen ein Star werden. Da musste schon was Bombastisches her. Da wurde aus Gerhard Höllerich „Roy Black“, aus Heinz Georg Kramm „Heino“ und aus Carl-Dieter Heckscher „Dieter Thomas Heck“. Und man soll es nicht meinen, aber Karel Gott ist schon als Gott geboren worden. Verrückt.

Ab was in Hollywood nur schöner Schein ist, da fliegt dann doch mal Lieschen Müller das Goldene Blatt aus der Hand: Ich weiß nicht, ob Sie es wussten, aber kennen Sie Ramón Antonio Gerard Estévez. Dieser Mann mit spanischen/irischen Eltern ist durch die Apokalypse gerobbt und weil man es als Latino im Hollywood der 70er nicht so leicht hatte, nannte er sich einfachMartin Sheen. Und ja, wir ahnen es schon, der Frauenversteher mit der Machete Charlie Sheen hat nur vom Vater abgekupfert. Denn in seiner Kindheit hat seine Mutter immer gerufen: „Carlos Irwin Estévez, komm sofort essen. Es gibt feurigheiße Tortilla mit Paella!“. Aber bei so einem Namen kann man natürlich verstehen, dass man wie ein richtiger Latino mit der Machte vom Balkon wedelt und dabei 3 Blondinen im Arm hat. Das liegt einfach in den Genen. Fehlt nur noch der traditionelle Schnauzbart. Und er könnte vielleicht noch „Eijeijeijeijeijeijei“ rufen. Aber egal. Im übrigen hat der gute Charlie ja auch noch Geschwister wie den Emilio Estévez, welcher zu seinem Namen stand und auch einige nette Filme hatte. Manche Bon Jovi Fans erinnern sich vielleicht an Young Guns, wo er Billy the kid spielte und auf den Film basierend Bon Jovi „Blaze of glory“ verzapfte. Aber soviel nur am Rande…

Aber kennen Sie diesen netten älteren Russen: Иссур Даниелович Демский, oh sorry, ich meinte Issur Danielowitsch Demsky. Dieser Schauspieler mit weißrussischen Eltern fand seinen Namen auch nicht so toll und nannte sich einfach Kirk Douglas. Und ja, wir ahnen es wieder, wie in gepflegten Schauspielerfamilien üblich fand der Sohn Michael Issurovitch Demsky das eine super Idee und nannte sich auch einfach

Michael Douglas. Und hier jetzt eine lustige Anekdote für den Smalltalk auf der nächsten Cocktailparty: Einer schaute dadurch nämlic in die Röhre. Der gute Michael Keaton. Ok, kennt vielleicht nicht mehr jeder, er war aber unser erster, etwas farblose, Film-Batman bei den beiden Tim Burton Verfilmungen. Man erinnert sich irgendwie nur an Jack Nicholson (heißt John Joseph Nicholson) als Joker, Danny DeVito (Daniel Michael DeVito) als Pinguinmann und Michelle Pfeiffer (heißt wirklich so) als Catwoman. Aber ja, irgendeiner hat auch den Batman ohne Anzug gespielt und es war nicht Prince. Wobei Val Kilmer (heißt so) und George Clooney (auch) auch nicht wirklich besser waren. Nun, der arme Michael Keaton heißt nämlich wirklich Michael Douglas und musste sich, da der Russe mal wieder schneller war und sich zuerst in die Screen Actors Guild eintragen lies, einen neuen Namen suchen. Tja und so ist die Chance verflogen, einmal mit Sharon Stone (heißt so) zu schlafen, zumindest in Basic Instinkt 1. Im 2. Teil war das dann auch nicht mehr so schön anzuschauen und dass hatte auch unser russischer Freund erkannt und ist gleich daheim geblieben.

Was soll man noch erzählen. Ok Bruce Willis heißt eigentlich Walter und die alte Tabakkauleiste John Wayne Marion Morrison. Aber wo wir schon bei Schauspielerdynastien sind, da haben wir ja noch die 4 Baldwin-Brüder Alec, Daniel, William und Stephen (ja heißen so) , die in den 90ern schauspielerisch durchstarten wollten. Auch hier hat einer mit der Sharon Stone…..aber egal. Irgendwie sind dann alle irgendwann mal falsch abgebogen, nur den Alec sieht man ab und zu mal mit filmischen Material, wenn er nicht gerade seine 12jährige Tochter von seiner Ex Kim Basinger ( Kimila Anna Basinger) wegen einer Versetzung öffentlich als „gedankenloses Schwein“ bezeichnet. Naja, auf jeden Fall scheinen alle 4 das gleiche Aufdunstmittel zu nehmen. Aber auch hier noch eine schöne Anekdote für den nächsten Hummerabend: Der gute Stephen, vielleicht am ehesten noch bekannt aus „Die üblichen Verdächtigen“ oder aus „Die Feuersteins in Viva Rock Vegas“, und der im übrigen seit den Anschlägen 2001 in New York „wiedergeborener Christ“ und daher gegen Schwulenehen und den Verfall Amerikas ist (ein schöner Zusammenhang), war mal zu Besuch im weißen Haus bei George Bush. Warum auch immer, aber wenn man gegen den Verfall Amerikas ist, ist das schon mal eine gute Anlaufstelle. Nun, dort traf er dann die „Disney Ikone“ Miley Cyrus (heißt genau Miley Ray Cyrus, ihr Vater Ray hat quasi seinen eigenen Namen auch seiner Tochter gegeben. Auch schön). Diese haute Stephen dann an, dass seine Tochter ja großer Fan ihrer Kinderserie „Hannah Montana“ (kein richtiger Name) sei und ob er nicht einen Gastaufritt haben könne. Die schlaue Frau Cyrus konterte: „Ja klar, wenn du dir dafür den Hannah Montana Schriftzug auf deinen Arm tätowierst.“ Was der verzweifelt Stephen dann auch tatsächlich machte. Die Frau Cyrus musste dann mit Presse zu einer Autogrammstunde (!?!) von Stephen kommen und das Tattoo, was eher wie eine Krickelkrakel-Version vom Logo aussieht und alles mögliche sein könnte, bestaunen und ihn wohl jetzt einen Auftritt geben. Verzweifelung vs Peinlichkeit. Und was lernen wir daraus…..gut das wir nicht in Hollywood leben und uns beknackte Künstlernamen suchen müssen, weil wir einen doofen Eigennamen haben. Euer Benson.


posted by Max Trojan in Die Welt and have Comment (1)

One Response to “Michael Douglas vs. Michael Douglas”

  1. Adrian sagt:

    Schoener Post, ich komme ab jetzt oefter

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