Hans-Martin vs. den Rest der Nation

Hama

Tach zusammen,

also Samstag habe ich mir mal wieder den Fernsehmarathon mit „Schlag den Raab“ angetan mit mal wieder knapp 5 Stunden Sitzfleisch. Doch, wie viele wohl schon wissen, war diesmal etwas anders als sonst: Hans-Martin! Es war wohl das erste Mal, das ein Kandidat am Ende ausgebuht wurde, weil er das Geld (ganz knapp) gewonnen hatte. Statt Hans-Martin wurde Stefan Raab für jedes Pünktchen oder Sieg gefeiert, als ob es gegen Gut und Böse ginge.

Ich muss zugeben: Ich und meine Couchnachbarn mochten Hans-Martin auch nicht. Am Anfang erstmal wegen des Namens (wie man den wohl abkürzt? Hama?), und dann weil es ein Vollmonk war. Aber so dachten wir schon über viele „Schlag den Raab“-Kandidaten. Was war an diesem so anderes, dass anscheinend die ganze Nation dieser Meinung war. Das er ausgebuht wurde und Raab nur sagte, dass er „noch nie so ungern verloren hatte wie heute!“. Das es sogar so weit eskalierte, dass er seit Samstag bei Twitter noch unbeliebter ist als Ursula von der Leyen und dass online schon T-Shirts angeboten werden mit der Beschriftung „Deine Mutter heißt Hans-Martin“.

Eigentlich hat er nichts besonderes gemacht, er war nur etwas überaktiv und überheblich, oder wie man in Köln sagt: Er was läpsch. Aber reicht das für eine solche Eskalation? Eigentlich nicht, dann Raab ist selber ja der König der Überheblichkeit. Ich denke es war die Summe aus Kleinigkeiten und er war so der Prototyp des angeberischen Schönlings oder der Sportskanone, die jeder aus seiner Schulzeit oder heute aus seinem Kollegenkreis kennt. Diese Typen, denen meist alles gelang , man sich aber eine Loch in den Bauch gefreut hatte, wenn sie mal auf die Fresse flogen. Und wir wollen Hans-Martin auf die Fresse fliegen sehen und Raab hat ehrenhaft für uns bis zur letzten „Münze“ gekämpft. Es hat aber nicht gereicht (ein bisschen wie beim FC Köln im Moment).

Aber fassen wir nochmal kurz zusammen, was Hans-Martin für Angriffspunkte hatte: Erstmal ist er im Einführungsfilm Einrad gefahren. Also wenn man nicht im Zirkus arbeitet oder

ein süßes kleines Mädchen ist, sollte man als Mann keine Einrad fahren. Da geht’s schon los. Erhöhter Nerd-Alarm. Dann wollte er im 1. Spiel schon den Videobeweis, weil Raab angeblich beim American Galiator den Boden berührt hätte. Beim Zählen war er total hektisch und lachte sich selber aus, wenn er einen Fehler macht oder zu langsam war. Zudem fing er hier schon an, den Raab zu belehren. Beim Diskus werfen war er bis zum 5. Wurf klar am Führen und zeigte das erste Mal seine komplette Überheblichkeit mit Kommentaren wie „Soll ich überhaupt noch werfen (du kommst doch eh nicht mehr an mich ran)“, was Raab aber doch geschafft hatte. Dann wollte er mitten in der Sendung auf Toilette, dann wollte er ein Traubenzückerchen für die Denkaufgaben und fing dann auch noch beim Volleyball an, mit sich selber zu reden: „Alter, du kannst das doch!“ „Alter, du schaffst das!“. Der Moderator vermutete schon, dass dort der Hans mit dem Martin im Disput ist.

Im Groben war es dass auch schon. Aber reicht dass für einen solchen Missmut. Traurig ist ja auch, dass er als Rückhalt keinen Freund, sondern seinen Nachbarn mitbringt, welcher sich auch nur als Nachbar und nicht als Freund, der zufällig sein Nachbar ist, vorstellt. Im Grunde ist es schon gesellschaftlich fazinierend, wie so eine Schnellkugel in Rollen kommt und einen so platt rollt. Ich bin ehrlich: Am Ende habe ich ihm das Geld auch nicht gegönnt und hätte dem nächsten dann lieber 1.000.000€ gegeben, aber eigentlich ist es doch nur Neid, denn wir alle wissen, ICH habe eigentlich die 500.000€ Euro verdient, Alter!

Also, seit nicht so gemein zu „Hama“ und eine Runde Einrad fahren für alle…bis später


posted by Max Trojan in Gedanken and have Comment (1)

One Response to “Hans-Martin vs. den Rest der Nation”

  1. CiT sagt:

    Man, der Typ ist selbstgefälliger als ich – wie geht’n sowas? 😀
    Was ist daran traurig, dass er seinen Nachbarn mitbringt? Er verhöhnt scheinbar alles und jeden, da ist Einsamkeit noch der kleinste Preis, den Du zu zahlen hast. Zwischenmenschliches spielt sich eben nicht auf IQ-Ebene ab.

    Ich beneide Ihn nicht, soll er mit den 500k sich ein angenehmes Leben machen. Ich habe lieber Freunde, die mich zu jeder Uhrzeit von jedem Ort aus der Scheiße holen 😉

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