Archive for the 'Alltag' Category

Dumme Sprüche vs. Letzte Worte

Tach zusammen,

da mein Magen in letzter Zeit meint, auf Konfrontationskurs mit meinem Lebensstil zu gehen, mußte ich mich letzte Woche einer Magenspiegelung unterziehen. Da kam mir mal wieder die Frage in den Kopf:“ Warum macht man (als Kassenpatient) überhaupt Arzttermine, wenn man dann doch einer mehrstündigen „Vor-Schikane“ unterzogen wird. Sei es beim Hausarzt, beim Zahnarzt oder beim Bauchdoktor.

Beim Zahnarzt ist es immer besonders schön, gerade wenn man seine 1. Wurzelbehandlung bekommt und auch sonst keine guten Erfahrung mit so Zahnakrobaten hatte. Da sitzt man trotz Termin erstmal 1 Stunde im Wartezimmer und wird dann schließlich angespannt ins Behandlungszimmer geführt mit dem Kommentar: “ Der Doktor kommt jetzt.“ Was aber eigentlich heißt: „Der Doktor hat heute eigentlich gar keinen Bock, fiesen Kassenpatienten in den fiesen Hals zu klotzten. Deshalb muss er jetzt erstmal zum Golfplatz um runterzukommen. Wenn er dann seine „Tzaziki mit Döner“-Mittagspause mit 3 Bier gemacht, den verzogenen Kindern beim Tennistraining zugeschaut und dann das Kindermädchen „verarztet“ hat, kommt er vielleicht zu ihnen. Glauben Sie aber nicht, dass er dann für sie seine Hände wäscht!“. Also sitzt man dann so gefühlte 2 Stunden allein im Behandlungsstuhl und hat dann ausreichend Zeit, sich in Ruhe alle die schönen Geräte anzuschauen, die die Arzthelferin natürlich vorher schonmal vor einem ausbreitet. Spitze und verwinkelte Chromwerkzeuge, die gleich, bzw. demnächst in deinem Mund verschwinden sollen, neben Minibehältern für Däumlinge mit merkwürdigen Substanzen. Und natürlich auch die Spritzen. Alles Schikane für die Kassenpatient um deren Fantasie in der Wartezeit anzuregen. Im Sekundentakt laufen einem mögliche Szenarien durch den Kopf, in dem die Teufelswerkzeuge und meist ein schlecht gelaunter, oder auch wahlweise zittriger Arzt eine Hauptrolle spielen.“Schwester, das Zahnfleisch den Patienten ist total verhornt. So was habe ich noch nie gesehen. Leider kommen wir da mit der Spritze nicht durch. Wir müssen den Nerv ohne Betäubung töten. Versuchen Sie bitte so wenig wie möglich zu zucken, sonst reiß ich Ihnen vielleicht aus Versehen

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posted by Max Trojan in Alltag and have No Comments

Nummer vs. Abheben

Wir leben in einer Zeit, in der wir nie wirklich allein sind. Wir haben Handy, Iphones, Ipads, Twitter, Facebooks und was weiß ich nicht alles. Und doch ist mir die letzten Jahre aufgefallen, dass man immer weniger Lust hat abzuheben, wenn es mal wieder klingelt…oder eine Mail zu lesen, die mehr als einen Absatz hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich beruflich schon den ganzen Tag mit komischen Vögeln telefonieren und sinnlos herum mailen muss. Jedoch fällt mir das Phänomen auch bei anderen auf. Es wird immer schwieriger Leute zu ereichen, weil man nur noch mit Mailboxen kommuniziert. Besonderes hart wird es, wenn man eine Gruppe an einem gemeinsamen Termin versammeln soll und von jedem ein Feedback braucht…selbst SMS ist für Männer Mitte 30 einfach nur noch lästig….ist es die Rezession der privaten Kommunikation und der Wunsch nach alter Freiheit? Sind diese Medien nur noch eine von zu vielen Verpflichtungen auf unserem Rücken, der mit Mitte 30 eh schon krumm und schief ist von der ganzen Last der schnelllebigen Gesellschaft

Aber war es denn früher besser? Eigentlich ist es heute unvorstellbar, besonders wenn man es mal Jugendlichen erklärt. Da kommt man sich vor, als ob man vom 2. Weltkrieg erzählt. Wenn man in meiner Jugend aus dem Haus gegangen ist, dann war man einfach weg! Komplett von der Bildfläche verschwunden bis man irgendwo wieder aufgetaucht ist. Wie oft ist meine Mutter abends durchs Dorf gefahren, um mich zu suchen, weil ich in dieser Zwischenwelt verschollen war und eigentlich nur etwas zu spät von meinem „Spielkameraden“ nach Haus marschiert bin. Telefone hatten keine Displays (in meiner Zivizeit bei der Stadt Bonn gab es bei den Ämtern sogar noch Wahlscheibe…1997!), so dass wir früher darüber sinniert hatten, wie toll es wäre, wenn man sehen könnte, wer anruft. Dann könnten wir, wenn es einer der nervigen Kumpels ist, einfach nicht dran gehen. Also haben wir uns ein Klingelzeichen-Code überlegt: Erst einmal anklingeln lassen, auflegen und wieder anrufen. Da wußte man immer, man spricht mit einer „wichtigen“ Person. Heute wissen wir meistens wer dran ist…und aggieren erst recht nach dem Klingelzeichen-Code. Jaja, die schöne neue Welt.

Ein älterer Kunde von mir hat im übrigen zu dem Thema erzählt, dass die früher noch nicht mal ein Festnetztelefon hatten, bzw als er eins hatte, hatten alle seine Bekannten keins. Also musste er, wenn er jemanden was sagen oder fragen wollte, zu Fuss zu der Person hin spazieren und es ihr mitteilen. Und wenn es blöd gelaufen ist, war derjenige gar nicht da und man ist umsonst gelaufen……..dass kann ich mir wiederum nicht nicht mehr vorstellen, tja der 2. Weltkrieg waren schon eine verrückte Zeit.

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Schütthaar vs. schütteres Haar

Tach zusammen,

also man denkt ja manchmal drüber nach, wo wir wohl technisch in 10 oder 20 Jahren stehen. Dann schaut man zurück und merkt:“Mann, vor 20 Jahren haben wir noch auf Commodore 64 mit Strichmänchen rumgedaddelt und heute spielen wir auf HD-Geräten oder kippen lustig unser Iphone durch die Luft“. Das sind schon Quantensprünge, die sich aber irgendwie nur schleichend und in größeren Rückblicken bemerkbar machen. Mit jeder Handygeneration wird alles etwas kleiner und ein paar Features kommen dazu, die Fernsehr und Monitor werden immer größer und Datenspeicher ebenfalls. Man wird vom Fortschritt eingelullt und bekommt alles gar nicht mehr so mit, da es direkt in den Alltag integriert wird. In solchen Zusammenhängen frag ich mich auch immer, was eigentlich aus diesen Cyberspace-Brillen, -hanschuhen oder gar -anzügen geworden ist, mit denen man in virtuelle Klötzchenwelten eintauchen konnte. Irgendwie wurden in die Richtung nicht weiterentwickelt oder es ist so echt geworden, dass es die CIA versteckt hält und uns WOW und die SIMS zur Beruhigung gegeben hat.

3Dvirtuell

Aber gestern im Radio erreichte mich eine Meldung, die in einem die Welt erbeben läßt. Ein Quantensprung, der revolutioniert. Der einen den Alltag von jetzt auf gleich und nicht über Generationen verändert. Es ist da: das Schütthaar (oder auf Streuhaar)!!!!

Schütthaar

Die Zeiten von Angst vor lichten Stellen auf der Rübe, Geheimratsitzungen im Oberstübchen oder Fleischmützenalarm sind vorbei. Schütte dir doch einfach neues Haar auf den Kopf, dann klappt’s auch wieder mit der Nachbarin (oder bei Frauen mit dem Handwerker). Eine total raffinierte Technik: Das Minihaar, nicht zu verwechseln mit Minipli, ist statisch aufgeladen und

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posted by Max Trojan in Alltag,Dinge and have Comments (4)

Abwachsen vs. Auspeitschen

Tach zusammen,

also meine Freundin hat heute Geburtstag. Erstmal nicht weiter schlimm. Aber in meinem Alter (leicht über 30) ist es leider so, zumindest bei Leute mit erhöhtem Haarwuchs, dass es scheint, als ob ein riesiges Wollknäuel im Körper heranwächst, welches sich immer mehr durch die Hautporen haut, insbesondere am Rücken, Schultern, Oberarme, Po usw. Mit anderen Worten, mir wächst ein Fell. Wahrscheinlich ein evolutionäres Ergebnis des Klimawandels, da die nächste Eiszeit vor der Tür steht. Meine Freundin sieht das nicht so und wünschte sich daher zumindest zum Geburtstag einen blanken Rücken.Da Rasieren im Gesicht bei mir schon nicht länger als einen Tag hält, kam diese Technik nicht in Frage. Also schaute ich mich im Internet nach verschiedenen Techniken wie Wachsen, Lasern oder Schafscherer um. Da stieß ich in Köln auf „Wax in the city“; ein Name direkt aus der Hölle des Wortspiels. Eine hippe Entwachsungs-Franchise-Kette, wo man ohne Termin antreten kann und von den sogenannten „Depiladoras“ entwachst wird, welche in pinken und lila Uniformen gekleidet sind. Jedes Körperteil hatte seinen eigenen Preis. Ich habe das dann mal so ausgerechnet: Nacken + Rücken + Schulter…= 50-60€. Wäre das eine Metzgerbestellung gewesen, wäre es auf jeden Fall billiger.

Nun, wie das Schicksal manchmal so mit dem Zaunpfahl winkt, bin ich am Vortag meines geplanten Antritts in Bonn gewesen und saß in einem Cafe. Auf dem Bierdeckel unter meinem Glas standen ein paar Preise auf dem Kopf. Als ich mir diesen genauer anschaute, stellte es sich heraus, dass es eine Preisliste einer Konkurrenzentwachsungskette in Bonn war und somit hatte ich direkt die Preisliste für alle Körperteile in der Hand. Das konnte kein Zufall sein, also jetzt oder nie, und billiger kamen mir die Preise auch vor. Diese Bude hieß übrigens „Sine-Sine“ (?!?) Wax up your life…ich wachs ab!Also rein da, einmal Rücken bitte ohne Termin; alles kein Problem, waren Sie schon mal da, nein, dann bitte vorne links in die Kabine legen. Im Prospekt wurde auf „nahezu schmerzfrei“ hingewiesen. Dann kam die Dame im Kittel rein, leicht wortkarg, und schmierte

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posted by Max Trojan in Alltag and have Comments (4)
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